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Psychotherapie – Schwerpunkte

Angststörungen

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Angsterkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen des Kindesalters. Es sind schätzungsweise zehn bis fünfzehn Prozent der Kinder und Jugendlichen davon betroffen. Handelt es sich dabei nicht um eine vorübergehende, entwicklungsbedingte Ängstlichkeit, die normal ist und wieder vergeht, sollte diese behandelt werden. Angststörungen können zu Beeinträchtigungen und Chronifizierungen bei den betroffenen Kindern führen. Oft ist nicht nur das seelische Erleben betroffen, sondern die körperlichen Symptome sind der Anlass, einen Arzt aufzusuchen.

Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität

aufmerksamkeitsstoerungen

Kindern mit einer Aufmerksamkeitsstörung fällt es schwer, ihre Konzentration längere Zeit auf ein Objekt oder eine Aufgabe zu richten. Sie haben Schwierigkeiten, wesentliche von unwesentlichen Reizen zu unterscheiden und haben ein geringes Durchhaltevermögen. Die Betroffenen wechseln häufig von einer Aktivität zur anderen. Man spricht im Zusammenhang mit der Aufmerksamkeitsstörung meist von Hyperaktivität (Überaktivität). Die Ursachen einer Aufmerksamkeitsstörung sind vielfältig und können auf psychische oder aber auch auf körperliche Leiden hindeuten.

Bindungsstörungen

bindungsstoerungen

Erhalten Kinder zu wenig Zuwendung und Aufmerksamkeit, haben sie ein erhöhtes Risiko eine Bindungsstörung zu entwickeln. Diese kann entstehen, wenn Kinder misshandelt, missbraucht oder massiv vernachlässigt werden. Verluste wichtiger Beziehungspersonen, ständige Trennungen oder eine schwere Erkrankung der Eltern sind weitere Faktoren, aus denen Bindungsstörungen entstehen können. Die Kinder sind oft entweder unsicher, ängstlich und übervorsichtig (gehemmte Form) oder sie sind ständig auf der Suche nach Aufmerksamkeit und haben viele Kontakte ohne enge Beziehungen einzugehen (ungehemmte Form). Viele entwickeln emotionale Auffälligkeiten wie Angst und Depressivität.

Depressive Erkrankungen

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Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Die Erkrankung tritt meist erst in der Pubertät auf (drei bis zehn Prozent der Kinder, mehr Jungen), kann aber bereits im Kindesalter beginnen. Verläuft sie chronisch, kann sie die Entwicklung des Kindes erheblich beeinträchtigen. Nach der Pubertät sind mehr Mädchen als Jungen von einem krankmachenden Stimmungstief betroffen. Depressionen werden im Kindes- und Jugendalter oft nicht erkannt, da das Erscheinungsbild sehr unterschiedlich sein kann. Es gibt allerdings alters- und entwicklungsabhängige Besonderheiten. Die Erkrankung lässt sich in der Regel gut behandeln. Schwere depressive Störungen können allerdings langwierig sein.

Enuresis nocturna

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Einnässen ist im Kindesalter recht häufig, man nimmt an, dass ca. zehn Prozent der Siebenjährigen davon betroffen sind. Bis zum Ende des fünften Lebensjahres gilt nächtliches Einnässen als normal, erst danach sollte eine Untersuchung erfolgen. Bettnässen zählt zu den häufigsten psychosomatischen Krankheiten. Organische Ursachen müssen untersucht und ausgeschlossen werden. Zusätzlich wird erhoben, ob die Harnprobleme nur nachts auftreten, oder ob es auch tagsüber zu unwillkürlichem Harnverlust (kindliche Harninkontinenz) kommt. Einnässen und Bettnässen haben eine hohe Besserungsrate und können gut behandelt werden.

Essstörungen

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Essstörungen entwickeln sich, der Übergang zwischen einem normalen und einem gestörten Essverhalten ist fließend. Eltern sollten bei veränderten Verhaltensweisen ihres Kindes wachsam sein. Warnsignale können z.B. eine rapide Gewichtssenkung, ständige Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen, herbeigeführtes Erbrechen nach dem Essen, eine starke Gewichtszunahme oder viel Essen aus Frust sein. Essstörungen sind oft mit anderen psychischen Störungen wie Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen sowie Persönlichkeitsstörungen kombiniert. Ein Gang zum Arzt ist wichtig, denn der Weg aus der Essstörung ist ohne fachkundige Unterstützung schwierig.

Identitätsstörungen

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Erleben Kinder oder Jugendliche traumatische Ereignisse kann es als psychische Abwehrfunktion zu Dissoziationen (lat. für Trennung, Zerfall) kommen. Hierunter ist die Fähigkeit gemeint, etwas aus dem Alltagsbewusstsein abzuspalten. Die Betroffenen blenden, als Reaktion auf ein unerträgliches Erlebnis, Erinnerungen aus bis hin zur Auslöschung der eignen Identität. Bei einer Identitätsstörung zerbricht das stabile Bild der eigenen Identität als Einheit von Gedanken, Handlungen und Gefühlen. Ziel der Behandlung ist es, den Kindern dabei zu helfen, das traumatische Erlebnis in das Bewusstsein zu integrieren und das Gefühl zu geben, dass die traumabezogenen Gefühle abschwächen können.

Psychosomatische Erkrankungen

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Die Psychosomatische Therapie im Sinne der biopsychosozialen Medizin berücksichtigt das Zusammenspiel von Körper, Seele und Umwelt. Es wird versucht, die Balance zwischen Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen. Die unbewussten Konflikte, welche mit dem Körper ausgedrückt werden, sollen bewusst gemacht und verändert werden.

Die psychosomatische Therapie ist empfohlen bei Depressionen, Panikattacken, Angststörungen, Schmerzsyndrom, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Rückenschmerzen. Konflikte sollen damit aufgedeckt und bearbeitet werden. Weitere Ziele sind Trauerarbeit, Entwicklung von Strategien zur Krankheitsbewältigung und Partnerberatung.

Die psychosomatische Therapie beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, auf deren Grundlage eine Gesprächstherapie durchgeführt wird, gegebenenfalls auch ergänzt um Medikamente.

Schlafstörungen

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Schlafprobleme können bei Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Formen annehmen und sollten auf altersgerechte Weise angegangen und gelöst werden. Die Behandlung einer Schlafstörung richtet sich nach ihrer Ursache und Schwere. Haben die Schlafstörungen eine nicht-organische Ursache sind diese in der Regel gut behandelbar und verschwinden während der Behandlung oft spontan. Oft treten Einschlafprobleme zusammen mit emotionalen Problemen auf. Pavor nocturnus (Nachtschreck), Schlafwandeln und Alpträume sind meist Entwicklungsphänomene, die im Vor- und Grundschulalter vermehrt auftreten.

Soziale Kontaktstörungen

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Fallen Kinder durch sozial störendes Verhalten auf, können sie sich oft in Gruppen schlecht anpassen und in gewissen Situationen nicht angemessen benehmen. Treten bestimmte Verhaltensmuster, z.B. Aggressivität, in besonders starkem Maß und über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr in mehreren Lebensbereichen des Kindes auf, spricht man von einer Verhaltensstörung. Mit zunehmender Dauer wird die Behandlung schwieriger, daher sollte frühzeitig der Kinderarzt aufgesucht werden. Nach genauer Diagnostik und Verhaltensbeobachtung wird gemeinsam mit den Eltern nach Gründen für das Verhalten gesucht, und es werden Möglichkeiten zur Veränderung entwickelt.
Zu Verhaltensstörungen zählen z.B.: Aggressives Verhalten, Impulskontrollstörung, Oppositionelles Verhalten, Schulmobbing, Schulverweigerung, Sozialer Rückzug.

Suchterkrankungen

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Alkohol, Drogen und Computerspiele sind für viele Jugendliche interessant und können zu einer Abhängigkeit führen. Wichtige Hinweise, die darauf hindeuten, dass das eigene Kind eine Suchterkrankung hat, sind ein zwanghafter Wunsch nach dem Suchtmittel, Kontrollverlust über Menge und Ende des Konsums, Vernachlässigung anderer Interessen, Fortführen des Konsums trotz negativer Randerscheinungen (z.B. schlechte Schulnoten) und allgemeine Verhaltensänderungen. Wenden Sie sich an uns, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind eine Suchterkrankung hat. Wir klären ab, ob Ihre Sorgen berechtigt sind und helfen weiter.

Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)

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Kinder können ebenso traumatisierenden Situationen und Erlebnissen ausgesetzt sein wie Erwachsene. Diese können von längerer oder kürzere Dauer sein, wie schwere Unfälle, Gewalterfahrung, Katastrophen, Kriegserfahrungen, plötzlicher Tod von Angehörigen oder die Trennung von Bezugspersonen und dem gewohnten Umfeld. Posttraumatische Belastungsstörungen sollten behandelt werden, um negative Auswirkungen auf die biologische, psychologische und soziale Entwicklung des Kindes zu vermeiden.